Spring Reset

Meine Reise in der achtsamen Fotografie ging weiter. Nach dem wunderbaren Winter Wellness Club fühlte es sich ganz natürlich an, an der nächsten dreimonatigen Session der Community „Photographic Connection“ teilzunehmen – dem sogenannten „Spring Reset“.

Ziel dieser Session war es, mithilfe achtsamer Beobachtung und fotografischer Übungen die Veränderungen der Jahreszeit bewusster wahrzunehmen und eine tiefere Verbindung zur Saison zu entwickeln.

Jeder Monat beinhaltete ein neues Lernvideo sowie Übungen, die Inspiration und Orientierung geben sollten.

Außerdem hatten wir alle zwei Wochen geplante Zoom-Treffen, bei denen wir Erfahrungen teilten und gemeinsam lernten.

Auf meinen Vorschlag hin, den ich am Ende des Winter Wellness Club gemacht hatte, wurde ein Bereich für technische Unterstützung eingeführt. Jeden Monat konnte man ein Foto einreichen, und Kim und Brian zeichneten ein Video auf und gaben hilfreiche Vorschläge, wie das Bild verbessert werden könnte. Es war so viel mehr, als ich erwartet hatte.

23. März – 19. März : Licht und Sehen

Das Thema dieses Monats drehte sich um Licht als das wesentliche Medium sowohl des Lebens als auch des Fotografierens. Da der Frühling längere Tage und wechselndes natürliches Licht mit sich bringt, wurden wir ermutigt, langsamer zu werden und unser Bewusstsein dafür zu vertiefen, wie sich Licht verändert und wie es sowohl die Fotografie als auch das Alltagserleben beeinflusst. Der Monat war in drei Bereiche gegliedert:

  1. Beobachtung: Im täglichen Leben Licht wahrnehmen (Richtung, Weichheit/Härte, Wärme/Kühle, was es beleuchtet), um sensibler und präsenter zu werden – ohne Fotos zu machen.
  2. Reflexion: Darüber nachdenken, wie das zunehmende Tageslicht nach der Tagundnachtgleiche Stimmung, Energie und Kreativität beeinflusst und welche Motive sich besonders anziehend zum Fotografieren anfühlen.
  3. Gestaltung: Mit Augenmerk auf die Lichtrichtung fotografieren (Gegenlicht, Seitenlicht, direkt, diffus, Spotlicht) – entweder, indem man eine Lichtrichtung über verschiedene Motive hinweg nutzt oder mehrere Lichtrichtungen bei einem Motiv ausprobiert.

Licht sehen zu lernen ist eine lebenslange Übung. Ich muss neugierig bleiben, das Licht beobachten und mich von ihm dabei leiten lassen, was ich fotografiere.

20. April – 17. Mai 2026: Beziehungen und Verbindungen

In diesem Monat habe ich mich darauf konzentriert, den Frühling zu fotografieren, indem ich Beziehungen und Verbindungen wahrnahm, anstatt Motive als isolierte Objekte zu behandeln. Ich ging von der Idee aus, dass alles, was ich fotografierte, in einen größeren Zusammenhang eingebettet war – und dass meine Bilder bewusster wurden, wenn ich darauf achtete, wie die Elemente innerhalb einer Szene zueinander in Beziehung standen.

Noch bevor ich überhaupt meine Kamera hervorholte, wurde ich langsamer und nahm mir Zeit zum Beobachten und Nachdenken. Ich setzte mich an einen bequemen Ort – draußen, in den Garten oder an ein Fenster – und gab mir die Erlaubnis, einfach still zu sein. Je länger ich blieb, desto tiefer wurde meine Wahrnehmung: Was zunächst wie „ein Baum“ aussah, wurde Teil eines lebendigen Systems. Ich bemerkte, wie Licht bestimmte Blätter zum Leuchten brachte, wie der Wind Bewegung formte und wie die Position des Baumes das Land, den Boden und die Zeit widerspiegelte. Ich wechselte behutsam vom bloßen Anschauen hin zum Wahrnehmen, wie Dinge miteinander interagieren.

Um meine Beobachtungen zu lenken, stellte ich mir Fragen zu:

  • Licht: woher es kam, was es hervorhob oder verbarg und wie es Textur und Stimmung prägte.
  • Farbe: wie Farbe meinen Blick führte, ob Töne harmonierten oder kontrastierten und welche Palette dominierte.
  • Form & Gestalt: wie sich die Formen des Motivs mit den umgebenden Formen vergleichen ließen, einschließlich Wiederholung und Kontrast.
  • Komposition & Beziehungen: wie das Motiv mit seiner Umgebung in Beziehung stand und wie Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund zusammenwirkten (oder ablenkten).
  • Bewegung & Umgebung: was sich bewegte (Wind, Wasser, Menschen), wie das Wetter die Szene beeinflusste und welche Kräfte den Ort geformt hatten.
  • Visueller Fluss: was ich zuerst bemerkte, wohin mein Blick als Nächstes wanderte und ob die Szene ausgewogen wirkte.
  • Perspektive: wie ein Näherkommen/Weiterweggehen oder ein veränderter Blickwinkel die Beziehungen im Bild stärkte.
  • Emotionale Verbindung: warum die Szene mir wichtig war, was sie in mir auslöste und wie ich dieses Gefühl in einem Bild ausdrücken konnte.

Ich habe ziemlich viel über das Thema dieses Monats nachgedacht. Was könnte ich fotografieren, das meine Beziehung zur Natur zeigt? Was könnte Verbindungen in der Natur oder im Leben darstellen? Dann dachte ich an die Orte, die ich in den letzten Jahren am häufigsten fotografiert habe. Einer dieser Orte ist unser lokales Parkgebiet, das nur fünf Minuten Fußweg von unserem Haus entfernt ist. Besonders während der Pandemie hat es uns so viel Trost und Freude gegeben. Es wird von einem kleinen Fluss geteilt und hat ein paar Teiche. Man kann Enten, Gänse und viele andere Vögel beobachten, und der Blick über die offenen Felder lässt die Augen zur Ruhe kommen. Die durch den Fluss getrennten Teile sind durch Holzbrücken verbunden. Obwohl ich schon so viele Fotos davon habe, mache ich immer noch gern weitere – und sie sind jedes Mal anders.

Später im Monat hatte ich das Glück, eine niedliche Hummel einzufangen, die gerade in eine Blüte hineinflog – ein Symbol für die Beziehung zwischen Pflanzen und ihren bestäubenden Insekten.

Letztlich habe ich dieses Kapitel als Erinnerung verstanden, dass einfache, geduldige Beobachtung mir half, mehr Tiefe und Verbundenheit zu sehen – in meiner Umgebung und in mir selbst – und dass dieses Bewusstsein zur Grundlage für eine stärkere Bildkomposition und bedeutungsvollere Fotografien wurde.

18. May - 14. Juni 2026: Details erkennen

Diesen Monat ging es vor allem darum, langsamer zu werden und die Details in der Welt um uns herum wirklich wahrzunehmen. Der Schwerpunkt dieses Themas lag darauf, dich wieder mit deinem inneren Kind zu verbinden – mit jenem natürlichen Sinn für Neugier, den wir alle hatten, als wir jünger waren. Kinder sind von der Welt fasziniert. Sie schauen Dinge genau an, nehmen sie in die Hand, stellen Fragen und gehen völlig in kleinen Details auf, die Erwachsene oft übersehen. Diesen Monat wollte ich diese gleiche Neugier in meine Fotografie und meinen Alltag einfließen lassen.

Die Ein-Quadratmeter-Übung

Ich liebe diese Übung. Einfach eine Weile an einem Ort zu sitzen – zunächst nur zu beobachten, was da ist und was in dem kleinen Raum um mich herum passiert. Diese Art der Beobachtung eröffnet unzählige Möglichkeiten für die Fotografie. Das beste Werkzeug für diese Übung ist ein Makroobjektiv. Damit kannst du wunderschöne Bilder von Käfern und Insekten aufnehmen, ebenso wie die interessanten Farben und Texturen von Blättern. Es gibt so viel zu entdecken, so viel zu fotografieren. Es ist faszinierend.

Ich nutzte das Thema dieses Monats auch für einen Fotospaziergang in Delmenhorst. Ich suchte explizit nach interessanten Details, interessanten Farben, Mustern und Texturen. Das Ergebnis hat mich sehr überrascht.

Ende des Spring Reset

Leider sind die drei Monate des Spring Reset schon wieder vorbei. Die Community, die Kim Grant gefomt hat, ist außergewöhnlich. Ich hätte nie geglaubt, wie wohl ich mich in einer solchen Online-Community fühlen kann und wie stark meine Fotografie dadurch profitieren kann. Aber nicht nur die Fotografie hat profitiert. Ich sehe Dinge um mich herum, die ich vorher nicht gesehen habe, und nehme meine Umwelt viel klarer und reicher wahr. Zum Glück bleibt die Community bestehen. Sie wird als monatliches Abonnement weitergeführt. Ich bin sehr dankbar dafür. 

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